Archiv der Kategorie: Erfahrungen und Erlebtes

Momente, die ich selbst erlebt habe, und von denen ich berichten will.

Tag 8 (01.09.2011) – Wenn man nicht mehr weiterweiß fährt man in alle Richtungen!

Tag 8 (01.09.2011) – Wenn man nicht mehr weiterweiß fährt man in alle Richtungen!

Und schon war sie vorbei…die Niederlande-Rundreise!

Am letzten Tag verabschiedeten wir uns von unseren Zimmerkameradinnen, frühstückten und stiegen ins Auto. Dann ging es nach Paderborn und endlich runter von den dubiosen, niederländischen Autobahnen.

Wieso ich über den letzten Tag überhaupt noch einen Artikel schreibe, weiß ich nicht :P

Wir gingen kurz vor der Grenze in einen niederländischen Supermarkt (nach Zevenaar um genau zu sein), um uns mit niederländischem Essen für unsere Familien einzudecken.

Ich bin mit meinem ersten Urlaub wirklich sehr zufrieden! Es ist wohl nicht der klassische Urlaub, denn wir sind viel rumgefahren, haben viel gesehen (ok, das tut man im “normalen” Urlaub auch :D ), waren in billigen Pensionen und sind permanent von einer Stadt in die nächste gefahren und haben uns mit fremden Menschen das Zimmer geteilt und mussten unsere Handtücher überall selbst mitbringen, aber es war wirklich schön ein Land auf diese Art und Weise zu erkunden und sich den Tag dabei selbst einteilen zu können.

Anfangs war ich skeptisch, was die StayOkays angeht. 8-Bett-Zimmer? Mit anderen, mit fremden Frauen in einem Zimmer schlafen? Aber man arrangiert sich. Schließlich liegt den anderen auch was daran einen unkomplizierten, ruhigen Aufenthalt ohne Stress in einer Stadt zu haben.

Die Hostels waren alle sehr sauber, das Personal sehr nett und die Zimmer ausreichend ausgestattet mit bequemen Betten, sauberer Toilette und Dusche. Man geht ja meist in ein Hostel, weil man was sucht, wo man nur billig schlafen kann und nicht den ganzen Tag dort verbringt.

Ich kanns wirklich nur weiterempfehlen und überlege schon, ob ich nächstes Jahr noch eine Rundreise mache. Irland, Schweden oder Finnland, sowie Norwegen und Island würden mich sehr interessieren.

Aber letzendlich war ich doch mal froh, wieder in meinem eigenen Bett zu liegen und niemanden um mich zu haben, der sich nachts noch duscht oder telefoniert.

Tag 7 (31.08.2011) – Wir sind schwarz gefahren

Tag 7 (31.08.2011) – Wir sind schwarz gefahren

Da Den Haag und Rotterdam nur 20 km auseinander liegen, beschlossen wir an unserem letzten Tag das politische Zentrum der Niederlande zu verunsichern.

Und das Schicksal war gut zu uns, denn man konnte mit der U-Bahn direkt von Rotterdam nach Den Haag durchfahren. Dass man mit dem “Metroticket” das wir lösten nicht nach Den Haag darf wussten wir nicht…

Unser erster Weg führte uns natürlich in den Binnenhof (den ich nicht kannte – N. klärte mich erst mal auf, dass das schicke Gebäude vor uns keine Kirche ist).


Auf dem Weg dorthin begegneten wir dem Strafgerichtshof, der uns freundliche grüßte und ein wenig Kunst beherrbergte.

Danach kamen wir am Mauritiushuis vorbei in dem sich die königliche Gemäldegalerie befindet.

Im Anschluss sahen wir den Binnenhof nochmal von der anderen Seite, was auch sehr beeindruckend war! Den Haag war vor Amsterdam die Hauptstadt der Niederlande, was die ganzen Regierungsgebäude erklärt.

Wenn man in Den Haag ist, muss man natürlich auch den Palast besichtigen, was wir gleich im Anschluss taten. Er war nicht ganz so beeindruckend, wie der Buckingham Palace, aber in einem wunderschönen Park! Davor war ein kleiner Spielplatz, es waren mehrere kleine Seen und schön angelegte Grünflächen. In den Niederlanden scheint außerdem Schach sehr populär zu sein, denn es fanden sich immerwieder Schachfelder der unterschiedlichsten Größen (das war in Amsterdam genauso) und um die Spielenden sammelten sich Menschen, die das Spiel beobachteten.


(mein Bild des Palastes ist leider nicht so schön geworden :( – zu viel Zaun, zu wenig Palast…)

Zum Abschluss gingen wir zum Internationalen Gerichtshof, der seinen Platz im Friedenspalast findet.

Vor dem Palast war der Friedenspfad angelegt. In seiner Mitte leuchtete die World Peace Flame.

Um meine Impressionen von Den Haag zusammen zu fassen:

von allen Städten, die wir in den Niederlanden besucht haben, fand man in Den Haag die meisten politischen und kulturellen Gebäude, obwohl es weitaus kleiner und unscheinbarer als Rotterdam oder Amsterdam ist. In Den Haag liegt alles sehr zentral und es ist wenig auf Touristen ausgelegt und man muss sich selbst durchkämpfen. Auch sind dort weitaus weniger Tourishops, wie in den anderen Städten. Besonders, als wir wieder zurück nach Rotterdam wollten stießen wir vor ein Problem: Man kann Metrotickets nur mit Kreditkarte oder Münzgeld zahlen! Außerdem mussten wir erst mal jemanden finden, der uns auf Englisch erklären konnte welche Tickets wir brauchen und welche Verkehrsmittel wir damit benutzen können. Während in Rotterrdam und Amsterdam Ansagen in Zügen, Straßenbahnen und U-Bahnen auch auf Englisch gemacht worden mussten wir uns konzentrieren um in Den Haag die Niederländischen Ansagen zu verstehen.

Trotzdem war es eine sehr schöne Stadt! Und irgendwie macht es ja sogar Spaß sich ins Chaos zu stürzen!

Geschützt: Tag 6 (30.08.2011) – Ich hab dich noch nie so schnell laufen gesehen!

Geschützt: Tag 6 (30.08.2011) – Ich hab dich noch nie so schnell laufen gesehen!

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Tag 4 (28.08.2011) – Ich seh ja aus wie ein Tourist!!!

Tag 4 (28.08.2011) – Ich seh ja aus wie ein Tourist!!!

Die Läden in Amsterdam haben – ganz wie es das Touriherz wünscht – auch am Sonntag offen. Und so kam es, dass N. und ich an unserem zweiten Abend in Amsterdam auch durch die Straßen schlendern und die Großstadt verunsichern konnten.

Aber fangen wir von vorne an…

N. und ich standen extrafrüh auf, um das Anne Frank-Museum zu besuchen. Zuerst hielt ich das für übertrieben, aber als wir das Museum verließen, verstand ich sie. Denn die Menschenschlange zog sich über mehrere Häuserreihen.

Ich habe das Tagebuch der Anne Frank während meiner Schulzeit lesen müssen und fand es furchtbar. Ich schiebe es auf die Schulliteratur und die Pflicht etwas lesen zu MÜSSEN. An ein Buch, das man auf freiwilliger Basis liest geht man immer viel positiver ran, als an eine Pflichtlektüre. Aber nun möchte ich etwas geschichtliches Wissen aufarbeiten…

Anne Frank war Jüdin. Ihr Vater hatte eine kleine Firma und als sie sich in Frankfurt am Main nicht mehr sicher fühlten, migrierten sie nach Amsterdam. Doch auch die Niederlande wurden immer mehr vom Naziregime beherrscht und so kam es, dass sich Anne und ihre Familie im Hinterhaus der Firma verstecken mussten. Das Haus in dem sie lebte, ist heute noch erhalten und wurde zum Museum umgebaut. Irgendwie fand ich es niedlich und tragisch zugleich, dass Annes Kinderzimmer immer noch erhalten ist. In einem Tagebucheintrag beschrieb sie, wie sie Bilder aus Zeitungen ausschnitt und mit Leim an ihre Zimmerwände klebte. Beim Gang durch das Haus waren noch viele dieser Bildchen erhalten und es führte einem unweigerlich vor Augen, dass dieses Mädchen, dass einen detaillierten und wohl einen der nähsten Berichte, als Jüdin in der Kriegszeit verfasste, dennoch ein Kind war.

Die Häuser in Amsterdam waren sehr schmal und die Treppen waren so steil, dass sie nahezu als Leitern durchgingen.

Nach dem Besuch des Anne-Frank-Museums sind wir an den Hauptbahnhof gegangen um eine Bootstour durch die berühmten Amsterdamer Grachten zu machen. Es regnete sehr und ich sagte mir eine Grippe vorraus, denn ich hatte nur dünne Ballarinas an und wir müssten über 30 Minuten auf unser Boot warten. Als wir dann drin saßen, wurde das Wetter langsam wieder schön und die Amsterdamer Grachten sind wirklich sehr beeindruckend! Natürlich gab es auf dem Boot auch eine kleine Geschichtstour. Man erfuhr über die verschiedenen Brücken, über die Hausboote und über die Gebäude.

Besonders kurios fand ich den Fakt, dass durch die schmalen Häuser (teilweise nur 3 – 6 Meter) Möbel nur schlecht durch das Treppenhaus transportiet werden konnten. Weshalb an den Giebeln Balken mit Haken befestigt worden sind, an denen die Möbelstücke durch die sehr großzügigen Fenster transportiert werden konnten. Auch heute wird das angeblich noch so praktiziert und mir fiel ab diesem Augenblick auch auf, dass wirklich an fast jedem Haus so ein Balken befestigt war.

Da wir so durchnässt waren, sind wir zurück ins StayOkay, wo wir auf unsere neue (schlafende) Mitbewohnerin Raffaella aus Rio trafen. Sie und ihre Freundin Gabriella hatten einiges hinter sich! Ursprünglich wollten sie schon am Vortag in Amsterdam ankommen. Jedoch verpassten sie aufgrund eines verspäteten Zuges um fünf Minuten ihr Flugzeug. Der Check-In wurde gerade geschlossen und es war nicht mehr möglich ihn wieder zu öffnen. Somit mussten die beiden zurück und fragten im Hostel nach, ob ein Zimmer für eine zusätzliche Nacht frei war. Da sie jedoch einen Korb bekamen mussten sie (als Brasilianerinnen, die weitaus wärmeres Wetter gewohnt sind) im kalten London nach einer Bleibe für die Nacht suchen und ein zusätzliches Flugzeug Richtung Amsterdam finden.

Kaum waren N. und ich einigermaßen angekommen schrillte der Feueralarm los und weckte die arme Raffaella. Jedoch war es ein Fehlalarm.

Da sich das Wetter besserte zogen N. und ich wieder los und kauften ein paar Andenken für die Lieben daheim!


Nach unserer Ankunft redeten wir etwas mit Ruth aus England und klärten sie etwas über die Eigenarten der Deutschen und der Franzosen auf.

In der Nacht ging der Feueralarm nochmal los und früh am Morgen verließen uns Ruth und Edith um nach Berlin bzw. Madrid zu gehen.