Es war das Jahr 1969, der damals 7jährige Richard L (Name von mir geändert) sitzt vor dem Fernsehr und sieht die Mondlandung und da wird für ihn klar: das will ich auch!!!
Als Richard 15 war schließt er die Schule ab (er hat ein paar Klassen übersprungen) und wird Informatiker. Er hat nämlich bald eingesehen, dass man mit 5 Dioptrin keine Rakete fliegen darf und auch nicht auf dem Mond rumlaufen darf und selbst wenn er eine perfekte Gesundheit vorweisen könnte, der letzte Mensch war 1972 auf dem Mond und die Chancen für Richard standen schlecht, aber es gab da noch einen realistischen Traum von ihm: er wollte einen Raumflug programmieren! Damals war alles mit Assembler programmiert (hübsche Sprache – es war auch meine erste Programmiersprache und ich bin bis heute der Meinung, dass man Assembler nicht verstehen KANN, sondern einfach nur akzeptieren MUSS – seitdem ich so denke, kann ich seltsamerweise Assembler, vorher hats bissi gehapert) und Richard wollte Assembler lernen um der Raumfahrt ein Stückchen näher zu kommen.
Richard ist mein Vater und mein Vater war schon immer mein großes Vorbild. Als Kleinkind bin ich morgens um 5.00 Uhr aufgestanden, weil er immer so früh aus dem Haus musste, dann saß ich in unserem Badezimmer und hab mit der Waage gespielt, weil ich ihm noch tschüß sagen wollte. Mein Vater war schon immer mein Held, er hat meinen Musikgeschmack gepräft, wir haben das selbe Lieblingsessen, das selbe Lieblingstier, wir lesen die selben Bücher und so war es ganz klar, dass ich auch beruflich das selbe machen wollte wie er: ich wollte Informatikerin werden. Ok…phasenweise wollte ich Autorin werden, aber ich habe schnell eingesehen, dass Informatik lukrativer ist und nicht ganz so brotlos. Und da gab es noch einen zweiten Grund, der mich in Richtung Informatik geschubst hat.
Es war im Jahr 2004, meine damalige Schule hat jedes Jahr ein “Technikprojekt” gemacht, in der alle Schüler mit einer eins in Mathe mitmachen durften. Mein Thema war damals Kryptografie und wir haben eine Enigma gebaut, automatisiert und die gesamte Geschichte der Kryptografie aufgerollt, beschrieben, verfilmt, bebildert, Verschlüsslungsmechanismen und Kommunikation der Frühzeit (Enigma, Cäsarscheibe, Skytale, Spiegelschrift, Rauchzeichen etc.) nachgebaut und verfilmt und ich fand die Zeit so schön und die Verschlüsselung und die Entwicklung der Kommunikation, all die Sicherheitslücken und die vielen Ansätze und Ideen, die ja schon seit mehreren tausenden Jahren Menschen beschäftigen und immer weiter entwickelt werden und teilweise auf uralte Techniken und Ideen beruhen, dass ich mir nichts anderes mehr als Informatik vorstellen konnte.
Ich schreibe zwar nach wie vor sehr gerne (das ist wohl einer der Hauptgründe, wieso ich stolze Besitzerin eines Blogs bin
), aber ich kann heute sagen, dass ich meinen absoluten Traumberuf habe