Vielleicht kennt der ein oder andere den Film aus dem Jahr 2002 (?) mit Tom Hanks und Leonardo Di Caprio in den Hauptrollen. Das Buch dazu schreibt eine Geschichte aus dem Ende der 60er
Jahre, die der Protagonist Frank so (oder so ähnlich) selbst erlebt hat.
Inhalt: Frank wächst mit seinen Geschwistern bei seinen Eltern auf und geht nach deren Scheidung zu seinem Vater. Dort verkehrt er in sehr wohlahbenden Kreisen in denen auch der ein
oder andere mal zu tief ins Glas schaut. Zu seinem Geburtstag bekommt er von seinem Vater ein Auto, aber bald stellt er fest, dass ihm das nicht reicht. Da er keine Möglichkeit hat an Geld
zu kommen und der Aushilfsjob nicht sonderlich lukrativ ist schmiedet er einen Plan…
Sein Vater gab ihm eine Karte, mit der er an Tankstellen einkaufen kann – er machte mit dem Verkäufer aus, dass er mit der Karte einen Satz Reifen zahlt, aber diesen nicht mitnimmt, sondern
einen Teil des Bargeldes macht und die Reifen stehen lässt. Der Tankwart kann sie so doppelt verkaufen und macht ein Geschäft. Mit dieser Idee ergaunert er sich über 3.000 Dollar und es ist
das erste und einzige Mal, dass er seinen Vater “bestohlen” hat.
Bald wird ihm seine Heimatstadt zu langweillig und Frank zieht in die große weite Welt, allerdings stellt er bald fest, dass er als 16jähriger, ohne Schulabschluss und ohne Berufserfahrung
keine Chancen hat an Geld zu kommen, weswegen er einen neuen Plan ausheckt. Er löst Schecks ein! Die Idee hört sich genau so simpel an, wie sie ist. Er hebt Geld von seinem längst
überzogenen Konto ab und bis die Bankangestellten merken, dass kein Geld auf Franks Konto ist, dass sich in einem anderen Bundesstaat befindet, ist er längst über alle Berge. Aber bald
reicht ihm das nicht. Er will Ansehen, Luxus und Frauen und macht aus seiner Idee ein etwas illegales Geschäftsmodell. Er eröffnet bei einigen Banken Konten mit geringen Geldbeträgen und
hebt weitaus höhere Beträge ab, so wächst sein Vermögen mehr und mehr. Außerdem ergaunert er sich eine gefälschte Pilotenlizenz, inklusive Uniform und macht sich auf dem Ausweis zehn Jahre
älter, denn er sieht älter aus, als er ist und mit seinem wahren Alter könnte er kein Pilot sein.
Auf die Art und Weise “darf” Frank kostenlos quer durch die Welt reisen und ergaunert sich in Europa und Amerika mehrere Millionen. Er fälscht Gehaltsschecks “seiner” Fluggesellschaft Pan
Am und mit seiner Uniform stellt man deren Korrektheit gar nicht erst in Frage. Er macht sich die Unwissenheit der Bevölkerung über Barschecks und Überweisungen zu Nutze um an ein Vermögen
zu kommen.
Allerdings bleibt es natürlich nicht unentdeckt, dass ein Jugendlicher die Pan Am und viele amerikanische und europäische Banken ausnimmt, sowie Freiflüge in Anspruch nimmt, die ihm nicht
zustehen, also beginnt eine Hetzjagd auf Frank, der immer ein klein wenig schneller ist. Er flieht nach Frankreich und dort festgenommen erheben Länder im zweistelligen Bereich eine
Auslieferung, denn auch sie wollen Frank im Gefängnis sehen.
Meinung: Simpel, aber genial! Und auf die Art und Weise sicherlich nicht mehr möglich. Wobei ich an der Glaubwürdigkeit von Frank Abignales Geschichte zweifle. Er hat sie nämlich
selbst geschrieben und ich vermute, dass er in seiner Anziehungskraft auf Frauen übertrieben hat. Den Trailer zu Catch me if you can (aber es geht hier ja nicht um den Film…) halte ich
für gnadenlos übertrieben! An sich hat es mich aber begeistert diese Geschichte zu lesen, wie einfach ein minderjähriger Dokumente fälschen und sich ein Vermögen erschleichen konnte. Wie
einfach er durch die Welt reisen konnte und wie lang er frei walten konnte. Inzwischen berät Frank Abignale Banken und Gesellschaften um sich vor Betrügereien zu schützen, er hat quasi die
Seiten gewechselt und soll heute auch sehr angesehen auf seinem Gebiet sein (kein Wunder, denn er weiß ja, wie man sich mehrere Millionen dazuverdient). Das Buch hat Witz und vermittelt den
Charme eines freien, ungebundenen Piloten – eine echte Leseempfehlung und ich hab jetzt so richtig Bock auf den Film
