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Hinter 20 cm Schminke

Hinter 20 cm Schminke

Wer mich persönlich kennt, dem wird eines von aufgefallen sein: ich trage Schminke! Eine Freundin von mir bat mich mal mich ohne Schminke zu zeigen. Und es war ein seltsames Gefühl für mich ohne “Schicht” aus dem Haus zu gehen.

Ich war seit ich neun Jahre alt bin extrem schüchtern. Der Grund dafür war, dass mein Vater damals sehr krank wurde und die Ärzte ihm nicht helfen konnten. Sie wussten nicht was er hat und so wurde er lange von einem Arzt zum nächsten geschickt. Mein Vater war schon immer mein Vorbild und so musste ich leiden und hab aufgehört mit Menschen zu reden. Dazu kam, dass da so und so viele Menschen zu meiner Mutter kamen und meinten, dass sie ihr helfen wollen. Aber ein einzelner Anruf, in dem es heißt “Ich helfe dir – ich bin für dich da” hilft leider wenig. Um genau zu sein, enttäuscht er nur, wenn dann im Nachhinein wirklich keine Hilfe kommt. Und so habe ich aufgehört Menschen zu vertrauen und mich in mein Schneckenhaus zurückgezogen. Ich hatte Probleme Freunde zu finden. Auch als mein Vater wieder gesund war mochte ich Menschen nicht wieder und seit ein paar Jahren geht es wieder, aber irgendwie hat es geprägt.

Und um den Song Iris zu zitieren:

“…
And I don’t want the world to see me
Cause I don’t think that they’d understand
…”

Ich hab mich unsicher gefühlt, wenn Menschen etwas von mir “sahen” und so hab ich angefangen mir MakeUp ins Gesicht zu klatschen und nur noch schwarz zu tragen. Man muss dazu sagen, dass ich histaminintolerant bin und Histamin ein körpereigenes Enzym ist, das z.B. bei Aufregung ausgeschüttet wird. Und da ich da keine Kontrolle drüber hab, aber rote Flecken im Gesicht bekam (und immer noch bekomme), vor allem auf Grund meiner Unsicherheit wollte ich nicht riskieren noch unsicherer zu werden und hab mir mit dem MakeUp eine Maske gebaut in der ich mich sicher fühle. Man hat die Flecken nicht gesehen. Es war mir lieber, dass die Welt MakeUp-Ränder sieht, anstatt der Flecken. Und ich hab nicht irgendein MakeUp genommen, es musste Camouflagecreme sein, die überdeckt Narben, Hautunreinheiten, Flecken, Muttermale und eigentlich so ziemlich alles und hält ewig. Ich glaube, nur wenige Menschen kennen die junge Frau hinter der Maske. Aber so langsam schaffe ich es zu mir und zu den Flecken zu stehen. Ich habe keine Angst mehr auf die Reaktionen anderer Menschen, denn Hautrötungen sind im Grunde auch nur was Natürliches und keiner wird einen deshalb auslachen. Aber in mir steckt immer noch das kleine unsichere Mädchen, das von der Welt enttäuscht wurde und sich nicht zeigen will.

Falls das ein histaminintoleranter Mensch liest, der sich auch Sorgen um die Blicke seiner Mitmenschen macht, dem kann ich folgendes raten: Histamin wird z.B. durch Fisch oder alles was gereift ist (Trockenfleisch und -obst, Kakao, also besonders Bitterschokolade) vermehrt produziert. Da würde ich zu einem Ernährungstagebuch raten und aufschreiben, wann ich was esse und gegebenenfalls, wann ich wie reagiert habe, wobei das tückische an der Histaminintoleranz ja ist, dass das Histamin nicht immer ausgeschüttet wird und manchmal einfach wieder vom Körper abgebaut wird. Was mir geholfen hat, waren kühlende Cremes und Selbstbewusstsein. Ich weiß, dass sich das doof anhört, zumal man nicht sagen kann “zack – jetzt bin ich selbstbewusst”, aber wenn man lernt, die Krankheit zu akzeptieren, schafft man es auch selbstbewusster zu werden, weil man sich weniger minderwertig fühlt. Das geht nicht so schnell…bei mir hat der Prozess fast fünf Jahre gedauert, aber ich wünsche allen, dass sie es schaffen damit zu leben und beantworte auch Fragen dazu sehr gerne. Entweder per Mail oder Kommentar, weil ich es wirklich schade finde, dass diese Krankheit, die besonders für die Psyche belastend ist (ich sprech dadurch bei Nervosität auch sehr schnell und hatte immer schlechte mündliche Noten, weil ich keine Kontrolle mehr über das Histamin und meinen Körper hatte) nicht weiter erforscht wird.

[Adventskalender][5. Dezember] 10 Weihnachtsbräuche

[Adventskalender][5. Dezember] 10 Weihnachtsbräuche

Jeder hat ja so seine “Weihnachtsbräuche”. Also zähle ich hier 10 Dinge auf, die für mich zu Weihnachten gehören. Ich würd mich freuen, wenn der ein oder andere seine Weihnachtsrituale in den Kommentar schreibt:

1. Raclette!!! Weihnachten gibts bei uns immer Raclette
2. der Baum (ich bin Baummaß – der Baum ist immer genauso groß wie ich XD)
3. selbstgebackene Plätzchen
4. am 24. Dezember nochmal in die Stadt zu fahren, um die letzten Weihnachtsausbeuten und Schnäppchen zu machen
5. Weihnachtslieder singen
6. ein Grippenspiel anschauen
7. heißen Tee / Glühwein trinken und sich dabei die Zunge verbrennen
8. mit der Familie zusammen sein
9. die Krippe
10. sich von dem magischen Weihnachtsgefühl mitreißen lassen (ja…in meinem kindlichen Wesen gibts eine Weihnachtsmagie, die mich jedes Mal mitreist und strahlen lässt, wie ein Atomkraftwerk)

Und weil der Artikel allein etwas kurz wäre noch ein kleiner Einschub…

Heute zieht mein Opa um. Inzwischen ist er 81 Jahre alt und der Grund für seinen Umzug ist, dass er näher bei uns und am Grab seiner Frau sein will. Ich bewundere ihn wirklich dafür, dass er mit über 80 Jahren nochmal den Schritt wagt und sich an ein völlig neues Gebäude und auch an eine völlig neue Stadt gewöhnt. Aber auch an völlig neue Leute. An seinem letzten Wohnsitz sind er und meine Oma 10 Jahre geblieben.

Naja, so “neu” ist die Stadt nicht für ihn: mein Vater ist in dieser Kleinstadt, mit ihren 10.000 Einwohnern, die auf ca. 6.000 vor Christus zurückgeht (zumindest behauptet das Wikipedia, mir hingegen kommt 6.000 v. Chr. etwas arg alt vor), geboren. Meine Großeltern hatten beide keinen Führerschein und der Nachbar hat meine Oma, als sie schwanger war einfach in das nächstbeste Krankenhaus gefahren. Und das war dann dieses, in dieser Kleinstadt. Es existiert schon längt nicht mehr, denn in einer Zeit in der Autos kein Luxusgut mehr sind, sondern in der fast jeder 18jährige einen Führerschein hat, braucht man einfach kein zweites Krankenhaus, wenn 10 km weiter das nächste ist.

Meine Großeltern waren für mich schon immer bewundernswerte Menschen! Nicht nur, weil ich die Vormittage bei ihnen verbracht habe, während meine Mutter gearbeitet hat, vor allem habe ich viel Werte von ihnen vermittelt bekommen. Ich fand es aber auch faszinierend, dass die beiden es nie leid waren, etwas Neues zu lernen. Dass mein Opa mit über 70 Jahren gelernt hat zu kochen und mit einem Handy oder DVD-Player umzugehen, rechne ich ihm hoch an. Meine Oma war auch immer sehr weltoffen und hat mich manchmal richtig durcheinander gebracht, mit den Dingen, die sie wusste. Einfach, weil ich das einer Frau ihres Alters nie zugetraut hätte.

Ich hoffe, dass der Umzug heute gut verläuft! Trotz den 30 cm Schnee, die wir hier haben. Heute muss ich vermutlich mit dem Auto ca. 200 km fahren, mal gucken, wie das wird :)

Und wie jeden Tag gibts natürlich auch heute etwas über Tee

Heute befand sich in meinem Adventskalender der Aschenputteltee, wie immer von Goldmännchen. Laut Beschreibung ist es ein Kräutertee mit Rooibos, Apfel, Sonnenhut, Süßholzwurzel, Zimt, Zichorienwurzel, Kartotte, Rote Bete, Veilchen und Ingwer. Etwas skeptisch stand ich dieser Mischung schon gegenüber, auch wenn ich Rooibos und Ingwer extrem liebe! Aber leider kann ich auch heute nichts Negatives sagen…
ich bezweifle zwar nach wie vor, dass ein Kind einen Kräutertee trinken würde, nur weil da “Aschenputtel” drauf steht, aber ich persönlich fand ihn extrem lecker! Eine angenehme Mischung, die einen gut in den Tag starten lässt. Man schmeckt keine Zutat raus (außer den Zimt ein klein wenig) und ich bin am Überlegen, ob ich ihn mir in der großen Packung bestellt…auf jeden Fall eine Kaufempfehlung!
9 von 10 Punkten

[Adventskalender][3. Dezember] 2010

[Adventskalender][3. Dezember] 2010

Oh…ich hab mich schon seit 1998, wo dieses zauberhafte Echt-Lied erschien, darauf gefreut, dass 2010 kommt. Und jetzt – bevor 2010 vorbei ist – will ich natürlich darüber schreiben *hrhr*

“Meine Zeit wird kommen im Jahr 2010 – werden wir uns wieder sehen?”
Ganz vorbei ist das Jahr zwar noch nicht, aber es neigt sich – langsam aber dennoch sicher – dem Ende.

Auf was für ein Jahr blicke ich nun zurück? Und ist meine “Zeit gekommen”?

Beruflich war das Jahr der reinste Überflieger, das kann ich nicht leugnen, dementsprechend würde ich sagen: “Ja ich weiß, es war ne geile Zeit…”.
Privat hingegen war es ein ziemliches Durcheinander. Ich bin enger an meine Freunde und meine Familie gewachsen, ich hab ordentlich aussortiert, was meinen Freundeskreis angeht, aber ich musste auch einen großen Verlust verkraften, der noch lange an mir knabbern wird.
Worüber ich besonders glücklich bin, ist der Zustand, dass meine Schwester und ich uns versöhnt haben. Auch freue ich mich sehr darüber, dass meine beste Freundin so glücklich ist und dass ich im letzten Jahr so viel Zeit mit meinen Freunden verbracht habe.
Dieses Jahr war wirklich eine Berg- und Talfahrt! Ich bin dankbar, dass ich meine Oma so oft besucht habe, ich bin dankbar, dass ich so viel neue Seiten an meinem Opa entdeckt habe, ich bin dankbar, dass ich meine Freunde habe, ich bin dankbar, dass ich mich wieder besser mit meiner Familie verstehe, ich bin dankbar, dass ich so langsam meinen Körper akzeptiere, ich bin dankbar, dass mir mein Beruf so viel Spaß macht, ich bin dankbar, dass ich so viele Erinnerungen an dieses Jahr und ein ein paar ganz besondere Personen haben, aber ich bin auch dankbar, dass das Leben weitergeht und ich meine offenen Punkte hoffentlich im Jahr 2011 abhacken kann, und neue Ziele entdecken werde, die ich mir dann für 2012 setzen kann :)

Im Grunde war 2010 ein tolles Jahr! Es ist nach wie vor ein tolles Jahr! Und auch – mit all meinen Problemen, Fehlern und Sorgen könnte ich mir kein tolleres, schöneres und erfüllteres Leben als meines vorstellen. Und wer denkt ich bin verrückt ist nur eifersüchtig!

Und nun zum Tee-Teil :D

Sizilien

Honig-Feige-Dattel…hm…zuerst dachte ich es wäre Fenchel und Honig. Die Feige schmeckt man allerdings raus, wenn man weiß, dass Feige drin ist, aber die Dattel suche ich verzweifelt.
Honigtees haben den Nachteil, dass sie oft viel zu süß sind und der Honig dominiert, bei dem Goldmännchentee ist das glücklicherweise nicht der Fall.
Man schmeckt zwar den Honig deutlich hervor, aber er überlagert nicht alle anderen Geschmacksnoten.
Alles in Allem bin ich der Meinung, man kann diesen Tee trinken, aber nachdem ich keine süßen Tees mag würde ich ihn nicht nochmal kaufen. Wer allerdings seinen Tee süßt, könnte an diesem seien Freude haben.
5 von 10 Punkten