Mein erster Wallander!!! Fälschlicherweise hielt ich ihn durch den Titel für den ersterschienenen, was er jedoch nicht war. Um genau zu sein, war es der neunte Band, aber dennoch ist er meiner hohen Erwartungshaltung standgehalten!
Inhalt: Kurt Wallander lebt in Malmö (später in Ystad) in Schweden und ist ein kleines Lichtchen in der Polizei, bis er seinen Nachbarn eines Tages tot auffindet und so auf mehr oder weniger unfreiwillige Wege zu seinem ersten großen Fall kommt. Im ersten Fall ist Wallander Anfang 20, gegen Ende müsste er um die 50 sein, aber ich möchte zuerst von der Kurzgeschichte “Wallanders erster Fall” berichten. Kurt Wallander findet seinen Nachbarn tot in dessen Wohnung und ruft sofort die Polizei an. Alles sieht nach Selbstmord aus und jeder denkt, dass der Fall innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen ist. Nachdem er direkt neben ihm lebt entschließt sich der Komissar dazu, dass Wallander die Nachbarn verhören darf, denn er kennt sie und kann sie gut einschätzen. In der Nacht drauf wacht Wallander jedoch auf, denn er hört Geräusche in der Wohnung des Nachbarn und entschließt sich nachzusehen. Als er die Wohnung durchwühlt findet, staunt er nicht schlecht und überdenkt die These des Selbstmordes. Auch hat der Nachbar Artur Halen (leider kann ich die tollen schwedischen Buchstaben nicht machen, bzw. bin grad zu faul dazu
) einen ausgefüllten Lottoschein hinterlassen und bei der Obduktion des Seemanns finden sie Diamanten in seinem Bauch, die er offenbar kurz vor seinem Tod geschluckt hat. Wallander macht sich daran das Umfeld Halens aufzumischen und findet erst mal raus, dass er zwar jahrelang neben seinem Nachbarn lebte, aber im Grunde nichts über ihn weiß. Er macht sich auf die Suche nach der Lottoannahmestelle in der Halen seinen Lottoschein ausfüllte. Dabei stößt er nicht nur auf den Fakt, dass Halen wöchentlich einen Lottoschein ausfüllte, sondern auch darauf, dass er regelmäßig eine Dame besucht hat, die offenbar seine einzige Bezugsperson war. Die Suche nach dieser gestaltet sich nicht leicht für Wallander und als er bei der Dame ankam ist diese bereits tot…War es die gleiche Person, die die Dame und Halen erschossen hat? Oder hat Halen zuerst die Dame erschossen und dann Selbstmord begangen? Aber wer war der nächtliche Besucher und wieso schluckt jemand Diamanten?
Meinung: Meinen ersten Wallander fand ich toll! Was Kurt Wallander sympathisch macht ist seine Menschlichkeit und dass man seine Lebensgeschichte als Polizist mitverfolgen kann. Sehr schön an Wallanders erstem Fall fand ich den Running Gag mit seiner Lebensgefährtin Mona. Wann immer er Mona treffen will kommt eine polizeiliche Ermittlung dazwischen, sie wartet zehn Minuten und Wallander verpasst die stinksaure Mona nur um Haaresbreite. Der Fall ist spannend, der Spannungsbogen ist bis zum Ende auf ein Maximum gespannt und wir leider viel zu schnell losgelassen. Das Ende ist doch etwas abrupt, aber alles in allem ein guter Wallander, der mich davon überzeugt hat, dass ich die anderen auch lesen muss.
Und nun zu der zweiten, großen Kurzgeschichte in “Wallanders erstr Fall” “Die Pyramide”. Die anderen Geschichten sind zwar auch schön, jedoch nicht der Rede wert, weil sie sich meist nur auf 20 bis 50 Seiten erstrecken.
Inhalt: Es wird ein Flugzeugwrack kurz hinter der Schwedischen Grenze gefunden und Wallander und seine Leute sind sofort vor Ort. Inzwischen ist Kurt Wallander von Mona geschieden und hat eine Affäre mit einer Krankenschwester. Jedoch hat sich sein Verhältnis zu seiner inzwischen volljährigen Tochter gebessert. Bei der Sichtung des Wracks werden zwei Leichen und viele Mysterien entdeckt. Die völlig verunstalteten Männer müssen erst identifiziert werden, ebenso wie das Flugzeug, denn jede Kennzeichnung, die das Flugzeug eindeutig ausweisen könnte, ist unkenntlich gemacht. Auch sollte zu dem möglichen Absturzzeitpunkt kein Flugzeug in diesem Luftraum sein. Es ist ohne Licht und extrem tief geflogen, so dass es von keinem Radar entdeckt wurde. Wallander beginnt zu ermitteln, bis ihm ein dubioser Mord dazwischen kommt. Ein Geschwisterpärchen, bestehend aus zwei alten Damen, die beide alleinstehend sind und gemeinsam ein Handarbeitsgeschäft betreiben werden zuerst erschossen und dann wird ihre Wohnung regelrecht ausgebomt. Der Täter scheint etwas gesucht zu haben, dass er nicht gefunden hat. Und bei nährerer Betrachtung des Schutthaufens, der einmal ein Haus war, finden Wallander und sein Team einen Tresor mit mehreren Millionen Banknoten unterschiedlichster Währung. Können zwei alte Damen die Garn und Reisverschlüsse verkaufen wirklich Millionen verdienen?
Meinung: Es wird sehr schnell klar, dass das Flugzeug und die Damen in direktem Zusammenhang stehen. Aber das tut keinen Abbruch, von Anfang bis Ende: Spannung pur! Nur auch hier wird der Pfeil gegen Ende etwas zu schnell zur Lösung losgeschossen und die letzten zehn Seiten wird das aufgelöst, was über 200 Seiten hinweg höchst spannend und unlösbar schien. Etwas schade. Die Lacher sind diesmal auf der Seite von Wallanders Vater, der seinen Traum einer Ägyptenreise wahrmacht. Was jedoch niemand ahnt…zu dem Traum gehört es eine Pyramide zu besteigen, weshalb er im ägyptischen Gefängnis darauf wartet, dass er von seinem Sohn ausgelöst wird.
6 von 10 Punkte, weil es war wirklich gut, das Ende jedoch zu schnell…ich bin zwar sehr geneigt sieben Punkte zu vergeben, aber ich hoffe, einen Wallander zu finden, der mich noch mehr begeistert