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Prüfung – it’s all over now
Um den ganzen Gerüchten einmal ein Ende zu bereiten: ich lebe noch und ich habe die Prüfung wohlbehalten überstanden. Ich hatte auch nicht vor in diesem Blog sämtliche Details über den Prüfungsverlauf, die Aufgaben oder irgendwas Technisches zu schreiben (das überlass ich den liebreizenden Menschen der IHK, die die Prüfung früher oder später korrigieren werden und sich dabei unter Umständen denken was hat sich das Mädchen bloß dabei gedacht?)
Worüber ich eigentlich schreiben will, sind die Ängste und Gefühle, die ich vor und während der Prüfung hatte. Zum einen war da die Freude, dass die Last endlich von einem wegfällt, dass die ganze Lernerei vorbei sein wird un ich wieder mehr Zeit für mich haben werde. Ich hab mich darauf gefreut meine Freunde wieder zu sehen, an den Wochenende wieder Shoppen, Radfahren oder in ein Cafe gehen zu können.
Dann war da die Angst, dass ich nicht bestehe. Dass ich vor dem Prüfungsbogen sitze und mein Kopf völlig leer ist. Es war auch eine Angst, dass ich einfach nur zu “schlecht” bin. Dass ich für den Beruf nicht geeignet bin und dass ich das in der Prüfung schmerzhaft erfahren werde, wenn ich die Aufgaben lese und mir nur denke Was wollen die eigentlich von mir?
Außerdem habe ich noch eine kleine Trauer empfunden. Die letzten drei Jahre hatte ich mit ganz lieben Kollegen verbracht, sowohl in der Berufsschule, als auch im Betrieb. Natürlich werde ich mit denen, die ich besonders ins Herz geschlossen habe (wenn es nach mir geht zumindest) im Kontakt bleiben, aber irgendwie füllt es einen ein klein wenig mit Melancholie, wenn man weiß, dass man in dieser Konstellation nie mehr zusammen sein wird.
In mir war noch eine Unwissenheit, wie es weiter geht. Was ich zukünftig für Aufgaben übernehmen werde. Aber am größten war die Angst davor zu versagen. Oft fühle ich mich wie ein kleines Mädchen, in einer viel zu großen Welt. Ich weiß, dass ich wenig Selbstbewusstsein habe und dass ich mir dadurch oft leichte Dinge schwer mache.
Aber am wichtigsten ist die Hoffnung. Die Hoffnung, die Prüfung zu bestehen, mit all den lieben Leuten Kontakt halten zu können und gute Arbeit zu leisten…
Sailor Moon tötet die IHK
Ich bin durch unser Schulgebäude gerannt. Da saß mein Ausbilder auf einem Stuhl im Treppenhaus und fragte mich “Frau Pzychobunny, haben Sie schon für die Abschlussprüfung gelernt” und ich entgegnete “Das geht jetzt nicht – ich muss die Welt retten”, ziehe mein Mondzepter und verwandle mich in die Anime-Heldin Sailor Moon.
Ich reiße die Tür des obersten Stockwerkes auf und betrete eine Bar, in der der Bösewicht, in Form des IHK-Chefs, meine Freundinnen, die allesamt die anderen Sailor Kriegerinnen sind, bedrängt.
Ich rufe ihm entgegen “Stop – es kann nicht angehen, dass du unschuldige Mädchen mit sinnlosen Fragen penetrierst. Ich bin Sailor Moon – und im Namen des Mondes werde ich dich bestrafen” und mache die berühmte Sailor Moon – Geste.
Daraufhin schreien meine Freundinnen “Helf uns doch Sailor Moon” ich setze zum Sailor Moon – Superkick an, aber der IHK-Chef nimmt mich in den Schwitzkasten. Da macht es “klirr” und Tuxedo Mask stürzt an einer Liane durch das Fenster. Er bleibt auf dem Fensterbrett stehen und brüllt mir entgegen “Was soll ich tun – Sailor Moon?”, ich brülle zurück “Lass einen Klugscheißerspruch los und dann rette mich” Er zuckt mit den Schultern, lässt einen Tarzan-Schrei los und schwingt an seiner Liane herunter. Dabei gibt er dem IHK-Chef ausversehen einen ordentlichen Tritt. Er packt mich an der Hüfte und schwingt mit mir zurück aufs Fensterbrett. Als er schon weiterschwingen will sage ich “Halt – ich muss ihn doch noch töten” hole mein Mondzepter heraus und brülle “Mächte aller Zeiten – lass die Liebe sich verbreiten”, schwinge mit Tuxedo Mask aus dem Schulgebäude und fliege in die Nacht hinein…
Willkommen
Guten Tag liebe Menschheit!
Ich habe zwar angekündigt, dass ich den Blog erst nach meiner Prüfung mit Leben fülle, aber irgendwie kam es mir doch etwas leer vor. Deshalb ist hier jetzt und heute ein kleiner Willkommensgruß für alle, die das hier lesen!
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei meinen Freunden zu entschuldigen, die ich durch den ganzen Lernstress leider sehr vernachlässige. Ich verspreche euch, dass ich nach meinen Prüfungen mehr Zeit habe und mir diese auch für euch nehmen werde. Es ist nur so, dass ich panische Versagensängste habe und euch damit nicht belasten will. Ich denke oft, dass es unmöglich für mich ist, diese Prüfung zu bestehen und rede mir ein, dass alle um mich herum besser sind als ich. Ich weiß, dass ich nicht dumm bin, aber ich weiß auch, dass ich noch viel zu lernen habe.
Magda… Steffi… Marina… Martina… Nicole… Manuela… Thomas… Constantin… Maria… John… Rena… Leonie… Andrea… ich bin wirklich unendlich froh euch zu haben, ihr gebt mir die Kraft und das Vertrauen an mich selbst zurück, wenn ich mal wieder in Selbstmitleid versinke. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich ohne euch tun soll. Danke, für die schönen Stunden, Minuten und für jede Sekunde die ich mit euch verbringen darf. Auch wenn ich manche von euch noch nicht so lange kenne…