Schlagwort-Archive: rezension

Bad Fucking

Bad Fucking

Nein…ich werd nicht zum Pr0n-Blog – ich wollte nur mal gucken, wie viele Menschen den Blog jetzt anklicken, wenn sie nur diese Überschrift lesen :P

Bad Fucking ist ein Buch von Kurt Palm, dass die derzeit so modernen “Heimatkrimis” ein wenig auf die Schippe nimmt. Für dieses Buch hat er sogar einen Preis bekommen, um genau zu sein den Friedrich-Glauser-Preis.

In dem Buch geht es um die klassischen Begebenheiten aus anderen Heimatkrimis: Menschen verschwinden, Menschen sterben auf kuriose Art und Weise etc.

Aber in Bad Fucking ist alles etwas extremer (sonst wäre es wohl keine Parodie…). Die jungen Cheerleader aus Wien kommen ins beschauliche Bad Fucking um zu trainieren – in aller Ruhe. Und Ruhe haben sie definitiv, denn sie haben kein Internet und auch keine Funksignale in Bad Fucking. Einige von ihnen wissen gar nicht, wie sie es länger als 24 Stunden ohne Facebook und Twitter aushalten sollen.

Dann wäre da noch der Zahnarzt, der aktuell den einzigen Ort im Dörfchen darstellt und der deshalb zu sämtlichen Morden gerufen wird. An einem Nachmittag hat er Nacktbilder von seiner Putzfrau gemacht und musste danach ein Todesopfer fotografieren. Als die junge Dame im örtlichen Fotogeschäft die Bilder entwickelt beschließt sie den Arzt zu erpressen, denn sie möchte nur noch raus aus Bad Fucking.

Außerdem gibt es den Sohn des Hotelbesitzers, der ein Auge auf das Mädel im Fotogeschäft geworfen hat und seinen Penis fotografiert und ihren Namen drauf schreibt, was sie natürlich auch beim Entwickeln sieht und womit sie ihn ebenfalls erpressen will.

Aber eine Polizei gibt es auch in Bad Fucking (irgendjemand muss ja die ganzen Mordfälle lösen…), jedoch scheint der Polizist eher mit Aalen beschäftigt zu sein (müssen wir wirklich wissen, dass er ins Aalfutter wichst um den Aalen ein besonderes Mahl zu bereiten??? >__<).

Alles in Allem fand ich das Buch seltsam! Es scheint sich alles um Obszönitäten und Sex zu drehen, die Geschichte ist unglaublich platt und langweillig. Einzig und allein der Erzählstil ist gut, aber der lässt einen nicht diese grottige Geschichte vergessen!

2 von 10 Punkten

Gregory Maguire: Wicked – Die Hexen von Oz

Gregory Maguire: Wicked – Die Hexen von Oz

Ich hatte leichte Startschwierigkeiten mit Wicked, zuerst habe ich das Buch gekauft, das fand ich doof und habs nach 20 Seiten weggelegt, dann war ich im Musical und war begeistert, sogar so begeistert, dass ich meine Freunde reinschleppte um es ein zweites Mal zu sehen und dann wagte ich mich nochmal an das Buch heran und verschlung es.

Inhalt: In Wicked geht es um die “Böse Hexe des Westens”, die Dorothy die roten Glasschuhe wegnehmen will und die abgrundtief böse ist und den Zauberer stürzen will. Vielmehr als die Geschichte geht es um die Frage, ob man böse geboren wird, oder ob man böse wird, was passieren muss, um böse zu werden und ob man es nicht hätte verhindern können. Und es geht darum, was die Gesellschaft ist und wie man von dieser eingeengt werden kann.
Elphaba wird mit grüner Haut geboren. Ihre Mutter langweillt sich mit ihrem Mann Frex, der ähnlich einem Pfarrer in unserer Welt ist und missioniert und erst spät heimkommt und so vergnügt sie sich mit vorbeikommenden Wanderern. Von einem wird sie schwanger und gebärt Elphaba “Elphie” “Faba” “Fae” “Die böse Hexe des Westens”. Es ist für sie ein schwerer Schock und Melena und ihrem Mann fällt es schwer das Kind zu lieben. Sie holen Melenas Ämmchen, die ihnen helfen soll Elphaba aufzuziehen und die nachforscht, ob man etwas gegen die grüne Haut tun kann. Da Melena kein zweites grünes Kind gebären will, besorgt Ämmchen ihr ein Mittel, dessen Nebenwirkungen jedoch dafür sorgen, dass Elphabas Schwester ohne Arme geboren wird.

Im zweiten Akt wird Elphaba ans Internat in Shiz geschickt, wo sie sich durch einen kleinen Unfall ein Zimmer mit der verwöhnten Galina teilen muss. Sie wird von TIEREN (sprechenden Tieren) und Menschen unterrichtet. Jedoch beschränkt der Zauberer die Rechte der TIERE in Oz und eines Tages findet ein Poesieabend in Oz statt, bei dem die Rektorin Madame Makaer Gedichte vorträgt, deren Intention die Beschneidung der Rechte der TIERE ist (“TIERE sollte man sehen – nicht hören”). Daraufhin setzt sich Elphaba für die Erhaltung und die Freiheit der TIERE ein, jedoch fällt ihr Lehrer der GEIßBOCK Doktor Dillamond einem Anschlag zum Opfer und Galinads Ämmchen, die den Mord beobachtet hat, verstummt aufgrund einer rätselhaften Erkrankung.

Galinda nennt sich zu Ehren Doktor Dillamonds fortan Glinda und Elphaba verlässt nach einigen weiteren Eskapaden Shiz und begibt sich nach Oz um in einer Untergrundorganisation gegen den Zauberer vorzugehen.

In Oz wird sie von ihrem ehemaligen Klassenkameraden Fjiero bespitzelt, der sie erkannt hat und wissen will, wie es ihr geht. Fjiero ist seit seinem sechsten Lebensjahr verheiratet und in seiner arrangierten Ehe sehr unglücklich. Er vertraut sich Elphaba an und sein Starrsinn bei ihr zu bleiben und sich für den Lohn ihrer Anwesenheit in Gefahr zu begeben beeindruckt sie und die zwei beginnen eine sehr intensive Affäre, bei der Elphaba unter Umständen schwanger wird.

Nach einem missglückten Attentat auf den Zauberer schleppt sich Elphaba in ein Kloster und wacht erst ein Jahr später wieder auf – mit einem kleinen Jungen an ihrer Seite.

Elphaba will sich auf die Suche nach Fjieros Frau machen, um sie um Verzeihung zu bitten, doch dann wird sie unfreiwillig zur Burgbesitzerin und der Zauberer gibt der kleinen Dorothy, deren Haus auf Elphabas Schwester Nessarose gefallen ist und diese umgebracht hat, den Auftrag Elphaba umzubringen.

Meinung: Mit dem Musical hat das Buch wenig gemein, Nessa ist im Musical mit Boq (einem Klassenkamerad von Elphaba und Glinda) liiert und kommt gemeinsam mit den beiden nach Shiz – im Buch kommt sie erst weitaus später nach Shiz. Auch hat Nessarose im Musical Arme – kann dafür aber nicht laufen (wobei ich das nachvollziehen kann, denn die Anzahl der Musicaldarstellerinnen ohne Arme wird gegen Null gehen ;) ). Glinda ist mit Fjiero verlobt und das Musical dreht sich auch darum, dass der Schönling nicht die Bewunderung der allseits beliebten, modebewussten Prinzessin wählt, sondern das unscheinbare, hässliche Mädchen mit Köpfchen wählt.
Aber abgesehen von diesen Diskrepanzen (wobei das Buch ja vor dem Musical da war), war ich wirklich positiv überrascht – trotz der Startschwierigkeiten. Man schafft es eine Beziehung zu Elphaba aufzubauen und all ihre Taten – so böse sie auch sind, sind für den Leser absolut nachvollziehbar. Dorothy hat die Schuhe von Nessarose und schleppt sie direkt zum Zauberer, in dessen Hände sie eine unglaubliche Macht bedeuten würden und sie will das verhindern. Es ist schwer etwas über ein Buch, das in so viele Akte unterteilt ist und an so vielen Orten und Zeiten spielt, zu schreiben. Ich würde nicht behaupten, dass das Buch gigantisch gut ist, aber es ist sehr interessant und regt zum Nachdenken an.
Es ist so, dass Glinda und Elphaba sich am Anfang nicht leiden konnten, Glinda war beliebt und auf ihr Image bedacht und das wiederte Elphaba an, jedoch waren sie gezwungen einander kennen zu lernen und standen während ihrer Schulzeit auf einer Seite. Jedoch war Glinda immernoch das Mädchen, dass einfach nur beliebt sein wollte (im Musical singt sie das Lied “Heißgeliebt”, in dem sie Elphaba zeigen wollte, wie man zu einem angesehenem Schüler wird) und deshalb weiß man später nie, was sie will, im Grunde hat sie keine richtige Meinung und tut einfach alles um zu gefallen, während Elphaba zwar ihre Meinung hat (sie will, dass ihr verziehen wird und sie will, dass die Wahrheit über den Zauberer ans Licht kommt, der die Rechte der TIERE beschränkt), aber deshalb politisch verfolgt und schlechtgemacht wird, weil íhre Meinung nicht mit der der Führungskräfte übereinstimmt und diese ihr die Schranken weisen wollen.
Ich hab den Zauberer von Oz weder gelesen, noch den Film gesehen, bin aber trotzdem gut mitgekommen und hab mir nun auch die DVD geholt, um das nachzuholen ;)

Punkte: 7 von 10

Und nun noch ein paar Musicalvideos, weil ich es so liebe :D


[Buch] Elizabeth George – Gott schütze dieses Haus

[Buch] Elizabeth George – Gott schütze dieses Haus

Inhalt:
Barbara Harves hat sich bei Scotland Yard nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Nun will man ihr eine neue Chance geben und sie hofft inständigt, dass es um den landesweit gesuchten Bahnhofsmörder geht, der sein Unwesen treibt. Jedoch weiß sie tief in ihrem Inneren, dass man sie durch ihr Benehmen in der Vergangenheit niemals mit einem so wichtigen Fall beauftragen wird, denn im Grunde gibt es keinen Menschen, mit dem sie zusammenarbeiten kann und sie hat schon die geduldigsten Menschen an den Rand des Wahnsinns getrieben. Jedoch ist die Realität noch viel schlimmer, als sich Barbara je vorstellen könnte. Ihr neuer Partner wird der junge, adelige Frauenschwarm Thomas Lynley. Auch geht es nicht um den Bahnhofsmörder, sondern eine junge Frau von 19 Jahren, die den Mord an ihrem Vater gestanden hat und seitdem kein Wort mehr gesagt hat.

Die unattraktive Barbara, deren modische Stilsicherheit sich in Grenzen hält macht sich mit dem gutaussehenden, charmanten und perfekt gestriegelten jungen Herrn auf die Reise in das kleine Nest, dessen größter Skandal bis vor Kurzem das Übertreten einer roten Ampel darstellte (falls dieses Dorf überhaupt Ampeln hat – ich zweifle das einfach mal stark an).

Bald wird den beiden Scotland Yard Mitarbeitern klar, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Die geständige Mörderin Roberta hat vor ihrem Vater ihren über alles geliebten Hund getötet, der sie auf Schritt und Tritt verfolgte. Auch im Hause der beiden ergeben sich einige offene Fragen. Roberta hat in ihrem Bett Essen versteckt, der Vater hat einen Schrein für seine Ehefrau errichtet, diese ist jedoch nicht gestorben, sondern in einer Nacht- und Nebelaktion geflüchtet, nachdem sie mit 14 geheiratet hat und mit knapp 20 Jahren bereits zwei Kinder geboren hatte, die ihr ihr Mann jedoch aus Angst sie könnte sie nicht richtig erziehen wegnahm und selbst großzog. Die erste Tochter (Gillian) ist mit 16 Jahren abgehaut und jeder im Dorf hat eine andere Meinung über sie. Für manche war sie eine Hure, die bereits in jungen Jahren alle Männer verführte, andere beschreiben sie als einen Engel, andere als extrem intelligent, manche sagen, sie wäre durchtrieben, andere sind der festen Überzeugung, dass sie sich nicht für Männer interessiert hat. Jedoch hing Roberta sehr an ihr und nicht mal diese weiß, wo sich die Schwester befindet. Nach ihrem Verschwinden jedoch hat der Vater alles, was irgendwie an Gillian erinnert entfernt. Fotos, Kleidung, Andenken – alles weg! Während von seiner Frau noch sämtliche Klamotten im Schrank hängen.

Barbara und Thomas sehen in Gillian den Schlüssel. Ein Besuch bei Roberta in der Psychatrie bringt wenig Erfolg, denn nach wie vor schweigt sie, während Thomas mehr und mehr weibliche Fans im Dorf gewinnt und Barbara sich von seiner offenen Art und seinem Charme angezogen führt, um dann in einem Eifersuchtsdrama nahezu ihren gemeinsamen Fall zu verlieren…

Meinung:
Spannend! Ich gebe zu, der Titel hat mich etwas abgeschreckt, aber am Ende war ich richtig begeistert vom Team Harves/Lynley! Jedoch waren mir zeitweise zu viele Charaktere, die der mögliche Mörder hätten sein können. So blieb zwar die Spannung konstant am Höhepunkt und ich konnte mir während des Lesens wirklich kaum eine feste Meinung bilden, wer der Mörder ist, aber es blieb auch schwer die vielen Charaktere auseinander zu halten.
Auch war mir der Schluss zu schnell. Zwar ist er völlig unerwartet (auch, wenn ich vorher schon einmal ein dumpfes Gefühl in genau diese Richtung hatte), aber man hätte mehr daraus machen können.

Alles in Allem ein sehr empfehlenswertes Buch, dass sich schnell und gut liest, dass spannend ist, dass flüssig geschrieben ist und das Herz eines Krimifans höher schlagen lässt!

Wertung:
8,5 von 10 Punkten